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Mit diesem Rezept kannst du schwäbische Dinnete mit Kartoffeln und Käse in deiner eigenen Küche zaubern — ein echter Klassiker, der irgendwo zwischen Pizza und Flammkuchen liegt, aber mit seinem dünnen, knusprigen Hefeteig, cremigem Sauerrahm und würzigem Käse seine ganz eigene Persönlichkeit hat. Ob als Hauptgericht, für einen gemütlichen Abend mit Freunden oder einen Snack zwischendurch — diese Dinnete bringt schwäbisches Lebensgefühl auf den Tisch.
Mein erstes Dinnete-Erlebnis hatte ich auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt, als das frische Backwerk direkt aus dem Ofen kam — der Duft, die warme Kruste, der geschmolzene Käse, das war Liebe auf den ersten Bissen. Seitdem gehört Dinnete zu meinen liebsten Backprojekten für entspannte Abende.
Zutaten
- Weizenmehl, 500 g: Sorgt für Struktur und Knusprigkeit. Am besten Typ 550 nutzen, weil es mehr Standfestigkeit bringt.
- Salz, 12 g: Hebt die Aromen im Teig hervor.
- Frische Hefe, 21 g (1/2 Würfel): Macht den Teig luftig. Frische Hefe bringt meist bessere Ergebnisse als Trockenhefe.
- Lauwarmes Wasser, 300 ml: Aktiviert die Hefe optimal. Das Wasser darf nicht zu heiß sein.
- Sauerrahm, 150 g: Gibt Frische und Cremigkeit. Unbedingt auf hochwertige, cremige Konsistenz achten.
- Pellkartoffeln, 2 große (ca. 300 g, gekocht, ausgekühlt): Der Star-Belag, sorgen für herzhafte Fülle. Festkochende Sorten behalten ihre Form.
- Frühlingszwiebeln, 2 Stück: Bringen Frische und leichte Schärfe. Das Grün kann mitverwendet werden.
- Salz und Pfeffer: Regulieren den Geschmack. Grobes Meersalz gibt zusätzliche Würze.
- Muskatnuss, 1 Prise: Für Wärme und Tiefe. Frisch gerieben intensiviert das Aroma deutlich.
- Geriebener Bergkäse, 100 g: Kräftig und aromatisch. Qualität aus dem Allgäu bevorzugen. Alternativen wie Gruyère funktionieren ebenso.
Anleitung
- Teig vorbereiten:
- Mehl und Salz in einer großen Schüssel vermischen. Die Hefe im lauwarmen Wasser vollständig auflösen und zur Mehlmischung geben. Mit den Händen oder einem Knethaken alles ca. 10 Minuten zu einem glatten, weichen Teig verarbeiten. Zugedeckt an einem warmen Ort mindestens 60 Minuten gehen lassen.
- Portionieren und ruhen lassen:
- Den gegangenen Teig mit leicht angefeuchteten Händen in vier gleich große Stücke teilen. Diese nochmals abgedeckt 10 Minuten ruhen lassen, damit sich der Teig entspannen kann.
- Belag vorbereiten:
- Die Pellkartoffeln schälen und in dünne Scheiben oder feine Würfel schneiden. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, auch das Grün verwenden. Zusammen mit Sauerrahm und etwa der Hälfte des Käses vermengen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
- Backofen und Form vorbereiten:
- Den Backofen auf 250°C Ober-/Unterhitze heizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Auf diese hohe Temperatur achten, damit Teig und Belag perfekt gelingen.
- Formen und belegen:
- Jede Teigportion vorsichtig mit nassen Händen zu länglichen, ovalen Fladen (ca. 25–30 cm) ausziehen, möglichst dünn, ohne dass der Teig reißt. Auf das Backblech legen und gleichmäßig mit dem vorbereiteten Belag bestreichen.
- Backen:
- Die Dinnete im heißen Ofen auf mittlerer Schiene etwa 15–20 Minuten backen, bis der Rand goldbraun und der Käse schön zerlaufen ist. Am besten noch heiß servieren.
Ich liebe den Moment, wenn der Käse anfängt zu blubbern und die Küche diesen herzhaften Duft verströmt — das ist für mich immer ein Stück schwäbisches Zuhause, egal wo ich gerade backe. Besonders gerne wähle ich Bergkäse aus dem Allgäu, weil er perfekt schmilzt und herrlich würzig bleibt.
Aufbewahrungstipps
Dinnete am besten heiß genießen — frisch ist sie am knusprigsten. Reste können luftdicht verpackt im Kühlschrank 1–2 Tage aufbewahrt und im Ofen kurz aufgebacken werden. Zum Einfrieren eignet sich Dinnete nach dem Backen problemlos; vor dem Genuss im Ofen wieder auf Temperatur bringen, so bleibt der Boden knusprig.
Zutaten-Ersatz
Statt Bergkäse funktionieren auch Emmentaler, Gruyère oder geräucherter Käse für ein besonderes Aroma. Anstelle von Sauerrahm kannst du Crème fraîche nutzen — sie macht den Belag noch etwas reichhaltiger. Wer mag, ersetzt die Pellkartoffeln durch vorgegarte Süßkartoffeln für eine leicht süße Note. Für eine vegane Version nehmen viele pflanzlichen Sauerrahm und veganen Reibekäse.
Servierideen
Dinnete kannst du pur servieren oder mit etwas frischem Schnittlauch oder Kräutern bestreuen. Ein grüner Salat mit Radieschen ergänzt herrlich die Cremigkeit. Als Snack eignen sich kleine Dinnete-Stücke zum Aperitif, zusammen mit Kräuterquark.
Kulturelle Einordnung
Dinnete ist eng mit dem schwäbischen Leben verknüpft, besonders in der kalten Jahreszeit oder bei Festen und Märkten. Früher war sie das „Bäckeressen“ zur Resteverwertung, heute ein beliebtes Imbissgericht, das Regionalität und Geselligkeit verbindet. Die klassische Form besteht meist aus länglichen, kleinen Fladen — oft mit der Hand gegessen, direkt aus dem Ofen.
Saisonale Abwandlungen
Im Frühjahr kommen frische Kräuter oder Lauch auf die Dinnete, im Sommer Zucchini und Paprika, im Herbst schmeckt sie super mit Kürbis oder Pilzen. Je nach Saison kannst du auch verschiedene Käsesorten probieren — wie einen würzigen Bergblumenkäse oder regionalen Ziegenfrischkäse.
Ganz gleich, ob du die Dinnete zu einem festlichen Anlass oder einfach am Abend spontan backst — dieses Rezept steht für schwäbischen Genuss, unkompliziertes Essen und jede Menge Möglichkeiten, kreativ zu werden. Lass dich von dem Duft frisch gebackener Dinnete verführen und genieße ein Stück schwäbisches Lebensgefühl aus dem eigenen Ofen!
FAQ zu Rezepten
- → Kann man Dinnete mit rohen Kartoffeln belegen?
Nein, am besten sind vorgekochte und ausgekühlte Kartoffeln. Rohe Kartoffeln würden im kurzen Backprozess nicht durchgaren.
- → Was unterscheidet Dinnete von Flammkuchen?
Dinnete wird aus Hefeteig zubereitet und ist etwas dicker sowie herzhafter belegt, während Flammkuchen einen dünneren Teig ohne Hefe hat.
- → Kann man Dinnete ohne Sauerrahm machen?
Ja, du kannst statt Sauerrahm auch Crème fraîche oder eine pflanzliche Alternative verwenden. Die Cremigkeit bleibt erhalten.
- → Wie lange ist Dinnete frisch und kann man sie aufbewahren?
Dinnete schmeckt frisch am besten, kann aber abgedeckt bis zu einem Tag bei Raumtemperatur gelagert und kurz aufgebacken werden.
- → Welche Käsesorten eignen sich für Dinnete?
Kräftiger Bergkäse ist klassisch, aber auch Emmentaler oder Gruyère passen gut. Wichtig ist, dass der Käse gut schmilzt.
- → Wie dünn sollte der Teig ausgerollt werden?
Der Teig sollte möglichst dünn ausgezogen werden, sodass er beim Backen knusprig bleibt, aber nicht reißt.